Stopperstek für Nachtruhe

Stopperstek: Zum Üben hier und dann im Bild auf den Knoten klicken!

Zitate aus: Frank Praetorius, Leserbrief in Yacht 18/2002, 126 sowie Briefwechsel mit Niro Petersen oHG.

Teufelskralle mit Schwächen

Wie man das Rucken der Ankerkette verhindert, haben wir im Anker Spezial in YACHT 12/02 beschrieben. Eine Ergänzung von Niro Petersen brachten wir in Heft 16/02. Reaktionen darauf:

¤  Die in der YACHT abgebildete Teufelskralle soll die dämpfende Wirkung einer hoch elastischen Leine auf die Ankerkette ermöglichen. Beides zusammen kostet im Fachhandel über 70 Euro. Es kann teurer werden, wenn im Auf und Nieder bei starker Dünung die Kralle doch einmal aushakt und dann dank der Elastizität der Leine gegen das Vorschiff knallt. Der im Leserbrief kritisierte Kettenschäkel ist sicherer, aber umständlich. Daher stecke ich seit vielen Jahren eine elastische Leine (drei bis vier Meter Länge genügen) mit einem Stopperstek plus zwei halben Schlägen an die Kette und gebe der dann etwas Lose. Das geht sehr einfach, und der Knoten hielt bisher unter allen Bedingungen. Nicht schlecht übrigens, diesen wichtigen Knoten zum Schleppen, zum Endlasten der Schot bei Überläufern etc. auf diese Weise öfter geübt zu haben.(1)
Dr. F. Praetorius, 63069 Offenbach a. M.

¤  Wir haben mit der Teufelskralle sehr schlechte Erfahrungen gemacht: Während eines Sommergewitters im Greifswalder Bodden – Windstärke 6, in Böen 9, Wellenhöhe ein Meter – bog sie sich bei unserer HR 36 auf. Der elastische Festmacher sorgte dafür, dass die Kralle wie ein Gechoss nach hinten flog, wo zum Glück niemand stand. Wir sind wieder zur Schäkellösung übergegangen. Die gezeigte Teufelskralle ist wohl nur für Schönwetter oder kleinere Schiffe dimensioniert.
Dr. Ing. H.-J. Bauckmeier, via E Mail

Anmerkung der Redaktion: Laut Auskunft des Herstellers wird das Produkt seit mehr als zwei Jahren nur noch in deutlich verstärkter Ausführung in den Handel gebracht.

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Briefwechsel (Auszug):
Flensburg, d. 02.08.2002. Sehr geehrter Herr Dr. Praetorius, ich habe mit Interesse Ihr Schreiben gelesen und kann Ihre Aussage nicht für richtig halten.
Es ist sicherlich richtig, daß Sie in herkömmlichem Sinne mit einem Stoppersteg Ihre Kette abfangen und dann die Kette lose geben. Dieses gleiche Prinzip gilt natürlich auch für eine Teufelskralle, die mit einer elastischen Leine etwas unterhalb der Ankerrolle eingepackt wird.
... noch nie vorgekommen, daß ein Kunde uns berichtet hat die Kralle sei ausgehakt, geschweige denn das Gelcoat beschädigt worden. ... (Niro Petersen)

02.08.2002. Sehr geehrter Herr Petersen, schön, daß Ihnen noch kein Kunde von einem derartigen Vorkomnis berichtet hat. So ganz haben Sie mir meine Sorge dennoch nicht genommen. Einen Stopperstek an der Ankerkette anzubringen finde ich eigentlich ziemlich bequem. Zugegeben: Vielleicht werde ich mir das Leben dann erleichtern, wenn die Bandscheibe einmal nicht mehr so mitmachen sollte; beim Anbringen der Teufelskralle kann man das Bücken vielleicht vermeiden. Sie dürfen davon ausgehen, daß der Autor von "CHARTER SEGELN" oft als Charterer unterwegs ist. Insgesamt bisher 12 000 Charterseemeilen. Bisher hat er (leider) in keinem Revier auf einem Charterschiff die Teufelskralle vorgefunden. ... (F. Praetorius)

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(1) Logbuch vom 18.Mai 2000, Monemvasia/Peloponnes, 19:45 Uhr – nach 81 Seemeilen von Seriphos: Bei der optisch wunderschönen Einfahrt zum nördlichen Anlieger passiert es: Beim Herunterlassen des Ankers in Warteposition gleitet dieser aus der Führung, reißt die Kette vom Spill - und kein Halten möglich, 50 m Kette + Anker rauschen aus. Per Hand zurück geht gar nichts, aber mit mehreren (3) Stoppersteks an die Kette, Leine über die Ankerwinde bekommen wir genügend Kette an Bord, um sie auf den Zahnkranz zu legen. …

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Seekrank: Interview 2008

Interview mit Sonntag Aktuell 13. Januar 2008

Vorbeugen hilft gegen Seekrankheit

"Allen kann übel werden"

Eine Kreuzfahrt könnte so schön sein. Wenn das Schiff nur nicht so schwanken, der Magen nicht rebellieren würde ... Der Mediziner und Segler Frank Praetorius über die Tücken der Seekrankheit und wie man mit ihr fertig wird.

Herr Praetorius, niemand will im Urlaub seekrank werden. Wie berechtigt ist die Angst vor der Übelkeit an Bord?
Leider kann niemand vorhersehen, ob er an Bord seekrank wird oder nicht. Selbst Segler, die viele Jahre beschwerdefrei kreuz und quer auf den Meeren unterwegs waren, müssen mit plötzlicher Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüchen rechnen.

Was kann man dagegen tun?
Am Besten ist vorbeugen! Dazu gehören Balanceübungen an Land genauso wie das Vermeiden von Stressfaktoren und die richtige Kost vor Reiseantritt. Wenn man flexibel ist, sollte man gute Wetterbedingungen abwarten, also bei ruhiger See starten. Außerdem empfehle ich Betroffenen, sich an Bord immer dort aufzuhalten, wo man am wenigsten Schwankungen ausgesetzt ist. Auf dem Kreuzfahrtschiff sind das die Kabinen im Schiffsinneren.

Aber es gibt doch eine ganze Palette von Medikamenten gegen Seekrankheit, von der Kautablette bis zum Zäpfchen.
Das stimmt. Aber im Grunde haben alle diese Medikamente zu starke Nebenwirkungen. Das geht von Ermattung und Bewusstseinstrübungen bis zu Herzrhythmusstörungen. Bei solchen Zuständen macht die Kreuzfahrt keinen Spaß mehr. In Amerika rät der Hersteller des Scopolamin Pflasters selbst dringend von dessen Nutzung bei verantwortlichen Tätigkeiten ab. Und das aus guten Gründen!

Ihre Kollegen an Bord von Kreuzfahrtschiffen verabreichen Reisenden zum Teil Injektionen direkt zu Beginn der Reise.
Davon würde ich abraten. Die Spritzen enthalten die gleichen Wirkstoffe, mit den genannten starken Nebenwirkungen. Zum Teil werden auch Beruhigungsmittel verabreicht. Übrigens verhindern beziehungsweise verlangsamen die Medikamente die Adaption, also die Anpassung des Körpers an die Bedingungen auf See.

Selbst wenn man am Anfang der Reise spuckend über der Reling hängt, kann es also noch ein toller Urlaub werden?
Ja, nach ein bis zweitägiger Leidenszeit stellt sich der Körper um, dann hat man seine Ruhe. Idealerweise sollte dieser Anpassungsprozess nicht unterbrochen werden, am besten ist es, auf dem Schiff zu bleiben und nicht an Land zu gehen.

Besonders Ältere gehen gerne auf Kreuzfahrt, selbst Hochbetagte kommen an Bord gut zurecht. Hängt die Seekrankheit vom Alter ab?
Ja, da sie eng mit der Funktionsweise des Gleichgewichtsorgans verbunden ist. Je sensibler es reagiert, desto anfälliger ist man. Im Alter funktioniert das Organ träger und eingeschränkter, das ist an Bord von Vorteil. Je älter man also ist, desto unempfindlicher ist man und desto besser ist man gegen die Seekrankheit gewappnet. Übrigens wird auch Säuglingen an Bord nicht schlecht: Ihr Gleichgewichtsorgan ist noch nicht ausgereift und funktioniert deshalb nicht richtig.

Sie sind selbst leidenschaftlicher Segler. Ist es Ihnen mal so richtig schlecht ergangen?
Allerdings! Nach beschwerdefreien Jahrzehnten erwischte es mich. Es passierte während der nächtlichen Ausfahrt zur Atlantiküberquerung aus St. George's (Bermuda), nach einer gerade an Land überstandenen Magen-Darm Grippe. Ein paar Stunden später war alles o.k., und die folgenden Stürme des nördlichen Atlantik blieben zum Glück ohne Folgen.

Wir erklären Sie sich das?
Die Erfahrung lehrt, dass vieles von der Situation im Augenblick der Belastung unserer Gleichgewichtsorgane abhängt: Ob wir am Kartentisch arbeiten oder an Deck sind. Ob wir uns seelisch stabil fühlen oder nicht. Sicherlich spielte die gerade überstandene Krankheit und meine halbbewusste Angst vor der großen Überfahrt (bei einem zweiten Besuch am Kap passierte nichts) eine Rolle.

Das Gespräch führte
Heike Wiest

Info

• Die Seekrankheit: Seekranke nehmen mit dem Gleichgewichtssinn im Innenohr Bewegungen wahr, die im Konflikt stehen mit den Eindrücken, die andere Sinnes-organe vermitteln. Unter Deck bemerken die Augen das Schaukeln des Bootes nicht, weil der Blick auf den Horizont fehlt. Der Gleichgewichtssinn meldet jedoch Bewegungen. So kommt es zu Gleichgewichtsirritationen, die zu Übelkeit führen.

• Vorbeugen: Vor der Reise den einbeinigen Stand auf Schaumstoff üben, keinen Alkohol trinken, fette Mahlzeit vermeiden. An Bord sich auf der Brücke aufhalten, den Blick auf den Horizont richten, keine Arbeiten unter Deck (mehr dazu in "Gesund an Bord" von Frank Praetorius, Pietsch Verlag 2002, 9,95 Euro; www.frank-praetorius.de).

• CMT: Kreuzfahrt und Schiffsreisenschau vom 17. bis 20. Januar in Halle 9.

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Bareboat Charter (2008)

Verbaler Kleinkrieg in der Einfahrt ...

Kapitel 7. Brauchen Chartersegler eine andere Seemannschaft?

Bei diesem Thema schießen allseits Vorurteile ins Kraut. Man kann das Thema mit Hilfe einer realitätsnahen Glosse darstellen: In deutschen Marinas gibt es gelegentlich eine richtige "Frontlinie", wenn in der Einfahrt des Yachthafens Eigner und lokale Vereinsmitglieder gegen einlaufende Chartersegler auftreten. Es soll schon zu richtigen verbalen Seeschlachten gekommen sein. Die werden nicht selten durch Charterer ausgelöst, die lautstark und manchmal keineswegs nüchtern, überhaupt seemännisch nicht so ganz korrekt in den Hafen "eindringen". Das provoziert jene, die in der Marina zu Hause sind und sich gerade beim Kaffee gegenseitig beklönen, zum Beispiel als selbstempfundene professionelle Seeleute – wobei vermutlich der Abstand zum wirklichen Profi bei ihnen ebenso riesig ist wie bei den Charterseglern. Solche Vorfälle werden zum Glück immer seltener, es gibt sie nur noch vereinzelt in Marinas der deutschen Ostseeküste und der holländischen Binnengewässer. Im Wattenmeer und auf den Inseln von Nord– und Ostsee waren sie eigentlich nie bekannt, von Einzelfällen abgesehen.

Auch im Mittelmeer oder in der Karibik kennt man dergleichen nicht. Aggressionen zwischen Eignern und Charterseglern sind dort extrem selten. Als Grund dafür kann man vermuten, dass beide Gruppen in diesen Regionen äußerlich kaum unterscheidbar sind und das Charter–Segeln quantitativ überwiegt – man wird nicht eine Mehrheit zu Außenseitern stempeln. In diesen Regionen dominiert auch nicht die Idee, Chartern sei generell nichts weiter als eine Übergangsstufe zwischen Führerscheinerwerb und eigenem Schiff. Diese Auffassung stuft ja die Charterer sozusagen zu "Heranwachsenden" herab – die sich dann schon aus rituellen Gründen rowdyhaft zu benehmen haben.

Wenn eine besondere Seemannschaft des Charterers nicht aus jenem Defizit bestehen soll, das ihm am Können und der Erfahrung von revierfesten deutschen Küstenseglern noch abgeht (bis er einmal "so weit ist" wie sie), worin könnte sie dann bestehen?

Ziemlich klar: Wenn ein erfahrener Charterer (von dem wir hier reden) etliche Tausend Chartermeilen auf dem Buckel hat und in mehr als nur einem Revier gesegelt ist (oft sind es drei–vier verschiedene), ergibt sich der Unterschied aus eben diesen besonderen Bedingungen.

Denn unser erfahrener Chartersegler hat beispielsweise gelernt, mit den unterschiedlichsten Wetter– und Seeverhältnissen umzugehen – und hat deshalb bei den Überraschungen, die auch heimische Reviere bieten können, eher gute Erfahrungskarten. Ähnliches gilt für den Umgang mit immer neuen Schiffen, deren Verschiedenheit seine Seemannschaft stets im Zustand der Lernbereitschaft hält und so gleichfalls eine beachtliche Sicherheit im Umgang mit Problemen erzeugen kann.

In der Regel wird der erfahrene Charterskipper auch beim Ankern in der Bucht oder beim Anlegen unter Anker (zum Beispiel "römisch–katholisch") weniger Probleme haben. Zusammengefasst ist es sein spezifisches Schicksal, nicht jene alle Überraschungen ausschließende Routine gegenüber den Besonderheiten von Wetter, See und Schiffen eines Reviers entwickeln zu können, die er bei den Revierbewohnern bewundert. Dafür zeichnet den erfahrenen Chartersegler eine ungewöhnlich intensive Aufmerksamkeit und eine Konzentration aus, die reviergewohnten Küstenbewohnern manchmal fehlt und gerade bei unerwarteten Ereignissen ("da war doch sonst eine andere Tonne") zu Fehlern führen kann. Das sind gewiss Unterschiede in der Mentalität – aber selbstverständlich nicht in der Seemannschaft.

Auf all diesen Feldern gibt es individuell verschiedene Entwicklungen. Beispielsweise besitzt ein erfahrener Yachteigner aus Kiel, der auch schon öfters im Mittelmeer gechartert hat, einen riesigen Vorsprung gegenüber jenem Charterer, der Jahr für Jahr dieselbe Ecke der Ostsee befährt und nichts anderes.

Zu den "ideellen Wurzeln des Chartervergnügens" siehe in meinem Charterbuch

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Bareboat Charter (1999)

Aus einem Klientenbrief vom 27.12.99.
 Der Verfasser: ein erfahrener Charterer und erfolgreicher Autor von Charter-Büchern.*

Wie Charter-Organisationsschwächen Kundenprobleme machen

Zitat: »… meine Frau und ich hatten persönlich einen schönen Urlaub, sieht man einmal von den technischen Problemen ab, mit denen ich bei Sunsail eigentlich nicht gerechnet habe. Anliegend finden Sie meine diesmal nicht so begeisterte Charterbeurteilung. Aber es gibt mehr zu sagen:

Von der im Miet-(Charter)Vertrag aufgeführten Ausstattung fehlten folgende Punkte:
Der Schmutzwassertank und das Willkommens-paket. Das Bimini-Top wurde erst nach mehrfacher Anmahnung am 2. Chartertag angebracht.

Ferner:
- Zu kleine Rollfock statt der nach Sunsail-Ausrüstungsplan vorgesehenen Rollgenua. Dementsprechend war das Schiff auch bei einem Reff zu luvgierig.
- Nur 15 m Hauptankerkette (45 Fuß)!!(1) Eine Verlängerung durch den Charterer war wohl bewußt dadurch verhindert, daß der Kettenkasten unzugänglich war. Dies zwang zur wenig bequemen Nutzung des Danforth-Zweitankers; das zu diesem gehörende geschlagene Tauwerk war an beiden Tampen 25-50 cm "aufgedreht" und nur erschwert zu knoten
- Die Logge funktionierte schon bei der Übergabe nicht. Lediglich das Echolot war verwendbar. Die Tankanzeige war defekt.
- Lichter: Einzig funktionierendes war das Backbord-Seitenlicht. Topplicht oder Dampferlicht waren ebenfalls außer Funktion. Aber wenigstens die Nachbarschiffe waren ja in den Ankerbuchten beleuchtet …
- Im Salon stark verschlissene Sitzauflagen. An einer Defektstelle schon etwa 10-15 cm Schaumstoff freiliegend ...
- Motorschaltung: das Schalten in den Vorwärtsgang erforderte soviel Kraft, dass meine in Hafenmanövern erfahrene Frau zunächst nicht in der Lage war, den Schalthebel zu bedienen. Die mechanische Verbindung zum Motor - so der Techniker - ist bei Hunteryachten immer schwergängig (weil zu lang und zu "gewunden" Hunter 336, 1995). Mit Gleitmittelinjektionen wurde das Problem etwas verringert, aber die Schaltung blieb eine - wie ich finde unverschämte - Herausforderung, die eine Feinsteuerung bei etwas schwierigeren Hafenmanövern extrem schwer machte. Zwischen 1000 und 2000 rpm gab es nach der "Behandlung" (s. oben) überhaupt keine Einstellmöglichkeit.


(1) Sunsail: "The boats are normally supplied with one bow anchor and a hundred feet (thirty meters) of chain, plus additional rope."

Zum Glück: Schwierige Hafenmanöver kamen nicht vor. Als erfahrener Charterer hatte ich meine 40-m-Vielzweckleine dabei, die auch schon öfter den Test als Ankerleine bestanden hat. Mein eigener GPS sagte mir den Speed Over Ground. Als Ersatz-Ankerlicht diente ein Cockpitlicht. Und Nachtfahrten waren nicht angesagt. O.K. also, man weiß sich zu helfen - aber das alles bei Sunsails Anspruch und Preis?

Anegada: Das von Ihnen angekündigte Briefing gab es nur zu einem für einigermaßen entspanntes Segeln unerreichbaren Termin in Virgin Gorda Sound. Deutlich spürbar war, daß Fragen danach eigentlich nicht sehr erwünscht waren. Vielleicht hat man ja mit irgendwelchen Leichtsinnstypen schlechte Erfahrungen gemacht. Was mich betrifft, brauche ich den Anschluß an eine Charterflottille oder "Sunsail-Lead-Yacht" nun wirklich nicht mehr, um einen allgemein (Imray) bekannten Wegepunkt zu erreichen und dort eine gesicherte und gut betonnte Einfahrt zu passieren. Meine Bitte um eine Information von Sunsail durch … (die Agentur) … war ebenso wenig bekannt wie meine eigene Faxinformation und Anfrage bei der Basis einige Tage vor dem Törn. Offenbar war vor Ort überhaupt nichts vorbereitet. Beim nächsten Chartertörn werde ich solche Fragen im Vertrag geregelt wünschen oder nichts unterschreiben.

Die Damen und Herren von der Sunsailbasis waren sonst alle sehr nett und auch hilfsbereit. Die Ausnahme: Der Basisleiter gerierte sich herablassend, distanziert und uninteressiert. Beispielsweise ersetzt ein schlechtes Werbevideo kein Briefing für Leute, die nicht wie wir schon öfters in den Virgins waren (wir kennen von zwei anderen Virgin-Islands-Vercharterern - beide früher über …[die gleiche Agentur] … gemietet - weit bessere Briefings). Ich möchte Sie bitten, Sunsail Deutschland, ….. von meiner Kritik in Kenntnis zu setzen.«
[Zitatende]

Aus: 'Charter-Ratgeber' 2000, Charterhanse Hamburg

* (nach über 10 Jahren ohne inkognito: F. Praetorius)
Rod Heikell 2009

Aus: Nautische Nachrichten 4/2012, Seite 108

Rezension zu Rod Heikell:

Paradiesische Segelreviere. Charterziele weltweit.

Rod Heikell - geboren in Neuseeland 1949 - segelt seit 1977 im Mittelmeer. Durch seine umfassenden und hilfreichen Beschreibungen der mediterranen Reviere ist er nicht nur den Charterseglern vertraut; die Bücher erschienen in vielen Auflagen. 1999 kam ein "Indian Ocean Cruising Guide" hinzu.

Sein neues Buch, "Paradiesische Segelreviere", geht von der Erkenntnis aus, dass inzwischen viele Chartersegler nicht nur in einem Revier zuhause sein wollen, sondern entsprechend dem Untertitel "Weltweite Charterziele" in wechselnde Regionen streben. Analog zu Jimmy Cornells "Segelrouten der Welt" für Fahrtensegler könnte das Buch zum Top-Nachschlagewerk dieser Charterer werden.

In neun Meeresregionen - Nordeuropa (mit Großbritannien und Irland), Mittelmeer, Atlantische Inseln (Kanaren, Kapverden, Azoren), Karibik, USA, Südpazifik, Australien/Ozeanien, Südostasien und Indischer Ozean - werden jeweils ausgesuchte Gebiete vorgestellt, durchaus kritisch: Bevor es losgeht… Dafür (z. B. "einmalige Landschaft") - Dagegen ("im Sommer überfüllt"). Erst dann muss sich der Charterer mit konkreteren Themen wie Reisezeit, Anreise, Einreiseformalitäten, Lebenshaltungskosten etc. befassen und die jeweiligen Wetterbedingungen, Gezeiten und vieles mehr studieren. Die von Heikell angebotenen Törnvorschläge (z. B. Korfu - Korfu) überzeugen und sind anregend für eigene Ideen. Ein kleines Kapitel am Buchende ist Exotenrevieren wie

Feuerland/Antarktis oder den Galapagosinseln gewidmet, wo nur wenig gechartert wird.

Es fehlt nicht an Hilfen zur Seemannschaft, beispielsweise die Kardinalregeln für das Navigieren in der Nähe von Korallenriffen ( "… nicht auf die elektronischen Seekarten verlassen. Die beste Navigationshilfe ist immer noch die eigene Augapfelnavigation und der Ausguck").

Der Lebensgenuss kommt nicht zu kurz. "Die französ. Küche ist immer gut, wenn nicht ausgezeichnet …", und die italienische: "Wunderbares Essen, mindestens genau so gut wie die französische Küche". In einigen Kapiteln gibt es "Landausflüge" mit viel Kultur.

Rod Heikell selbst schreibt selbstkritisch von einer "Grobübersicht". So werden Deutschland und Polen nur knapp erwähnt: "… interessante Segelreviere, aber sie erfordern eine gute Seemannschaft und sind navigatorisch anspruchsvoll" - aus britischer Sicht, denn auch bei uns gibt es Einsteigerreviere. Das Buch macht die ausführlichen Revier-Törnführer nicht entbehrlich; Heikell führt sie in den einzelnen Kapiteln unter der Rubrik "Segelführer und Karten" auf.

Dr. Frank Praetorius

Rod Heikell: Paradiesische Segelreviere. Charterziele weltweit. 224 Seiten, gebunden. ISBN 978-3-89225-665-6, 29,90 Euro/40,90 sFr., Edition Maritim 2009.

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