Sicherheit & Seenotrettung

Sehr nützlich ist die Broschüre "Sicherauf See" der Deutschen Gesellschaft zu Rettung Schiffbrüchiger(DGzRS),
und sehr zu empfehlen: Der Lehrgang der Kreuzerabteilung "Sicherheitstraining" in Neustadt: Ein Film über den Kurs!

und nicht vergessen:
••• Körperliche Fitness beugt Unfällen vor!


Kreuzer–Abteilung
Die sportliche Seite des Fahrtensegelns wird selten beachtet. Vergleicht man mit dem Regattasport, dann sieht so ein Küstentörn auf den ersten Blick eher wie ein schönes, aber körperlich anspruchsloses Freizeitvergnügen aus, dessen geringe Risiken man mit der guten Seemannschaft schon beherrschen wird, die man gelernt hat. Aber reicht das aus?
Alles zum Thema Fitness – vor allem wie werde ich's und wie bleibe ich fit (und das mit Miniaufwand!) beschreiben und erläutern Dr. med. Frank Praetorius und Dr. phil. Roland Stutz: Fitness für Fahrtensegler. Nautische Nachrichten 4/2003, 32-45    Download für Mitglieder der Kreuzer–Abteilung.

Und der Trost von Reese Palley für die nicht mehr ganz so fixen Alten: We simply cannot move fast enough to magnify disaster. Ich übersetze frei: Wir sind schlicht zu langsam, um noch größeren Unsinn anzurichten.
seitenanfang Törnbeginn



•••  Beim Törnbeginn als Mann–über–Bord –Manöver den Quickstop üben
Sofort den Rettungsring werfen (1) [Ziffern siehe in der Graphik rechts], dazu Schoten und alles erreichbare, z. B. Fender, Bojen: sowohl als Schwimmhilfe wie zur Markierung der Unfallstelle!
Kurs merken (Gegenkurs = x ± 180º)
1 Crew–Mitglied beobachtet, Rudergänger fährt nach dessen Zuruf
Gleichzeitig: Hart Ruder legen und "Wende"! (Vorher den Autopiloten ausschalten!)

Das ist der Anfang aller modernen Manöver. Danach kommt heute – wenn man unter Segeln ist – der Quickstop: Die Schoten zunächst nicht verändern! Das Schiff auf dem kürzesten Weg durch den Wind bringen (2) – die Fock bleibt back stehen. Jetzt (3) freie Luvschot über Bord geben! Rudergehen ist meist erst vor dem Wind notwendig (4).

Originalzeichnung aus "Charter Segeln"
Aus 'Charter Segeln', Frank Praetorius 1997
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– und in Ruhe betrachten

Abschluss: Der Verunglückte ergreift die Schot, an Bord Fallen und Schoten loswerfen! Alternative ist der Beinahe–Aufschießer (man behält Fahrt, deshalb kein richtiger Aufschießer): Erst Fockschot loswerfen, das Groß "dosieren" (eventuelle Fahrt–Aufnahme).
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•••  Seenotrettung – auch heutzutage noch ein lebenswichtiges Thema
    Dies wird keine Schleichwerbung sein: Ich möchte an dieser Stelle um Unterstützung für die Aktivitäten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werben. Die Bilder auf der Homepage der DGzRS sprechen für sich ...!

    Vor 140 Jahren wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gegründet, um Menschen aus Seenot zu retten. Bis heute haben die Seenotretter 77.740 Menschen aus Lebensgefahr gerettet oder aus gefährlichen Situationen befreit.

    2013 wurden 65 Menschen aus Seenot gerettet, 623 Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit und 36 Schiffe oder Boote vor dem Totalverlust bewahrt.

    Bis heute finanziert sich die DGzRS ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Das soll auch so bleiben. Denn der völlige Verzicht auf staatliche Unterstützung bedeutet für die Seenotretter vor allem eins: Unabhängigkeit. 800 freiwillige und 186 fest angestellte Seenotretter sind auf 54 Stationen entlang der Nord– und Ostseeküste ständig einsatzbereit.

    Ich persönlich – auch und gerade als Segler – finde das Engagement der DGzRS enorm beeindruckend und kann nur hoffen, dass sich auch künftig genügend Spender und Spenderinnen finden, um ihren lebensrettenden Aufgaben nachzukommen. 2013 wurden 36,2 Mill. Euro benötigt, 0 € Steuergelder!
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••• Vorbeugen heißt an alle (!) Möglichkeiten denken:

  zum Beispiel an den 'verrückten' Hurricane Lenny , der 1999 durch die Virgin Islands von West nach Ost (!) zog, und das Ende November (!!), gut 2 Wochen vor unserem Törn ab Tortola. Lenny schaffte Windgeschwindigkeiten von 250 km/h, knapp unter der Kategorie 5 der Saffir-Simpson Skala.

In diesem von Lenny komplett abgeräumten "Resort" auf Moskito Island wollten wir wie bei früheren Törns zu Abend essen ...

("fällt aus" - steht lakonisch im Logbuch)  →

aber Colquhoun Reef, Drake's Anchorage und die Insel waren trotzdem wunderschön!

Zum Thema "Ankern bei schwerem Sturm oder Hurrican" siehe Hurrican 'Marty' (von dort zu zahlreichen URLs über Hurrikans).
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Nach dem vielen Ernst etwas Schmunzeln zum Thema Sicherheit: Ein Vergleich zwischen Kapitänen und Hausärzten einerseits, technischen Offizieren und ärztlichen Superspezialisten andererseits.

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Stand 1.7.2017
 
www.frank-praetorius.deDr. Frank Praetorius 50º 04,6´N / 08º 45,8´E.  Lauterbornweg 27, 63069 Offenbach am Main, Germany, Phone +49 (69) 84 34 45, Fax +49 (69) 83 83 78 03      E-Mail: frank.praetorius@gmx.net