Törns - eine Auswahl

"Wer Karten studiert, wird Beziehungen entdecken, auf die er sonst nicht gekommen wäre."           Robert Louis Stevenson    [Auch auf einer alten Portolankarte von 1508!]

Antarktis (1999)
Rückblick: Die Spur von Sarah, einer Skorpion IV (28 t, Länge 16,2 m, Segelfläche 143 m²), in der Antarktis (Bild: Seeleopard)

Seit den siebziger Jahren sind bei mir über 12.000 Seemeilen Chartersegeln zusammen gekommen. Für einen Charterer, der im Jahr allerhöchstens mal einen Monat unterwegs sein dürfte, ist das ein ganz schönes Konto auf dem "Salzbuckel". Spektakuläre Überfahrten wie die Nordatlantik-Überquerung von West nach Ost (siehe Bild in 'Links und Tipps) oder die 590 sm von Kap Hoorn über die Drake Passage in die Antarktis ( Bild links) – jeweils mit Crews von 6 bis 9 Mann – sind selten. 2010 kam der große Katamaran-Törn im Südpazifik hinzu (vgl. Lapita-Törn). In meiner Logbuch–Statistik dominieren die mehr "familiären" Törns. Fünf Reisen mit kleinen Crews werden hier vorgestellt – schon weil sie einfach nachvollziehbar sind.


Mindestens einer der vier wunderbaren Karibiktörns müsste noch dabei sein – doch solche Törnbeschreibungen interessieren heute kaum noch eine Segelzeitschrift, weil dieses Revier inzwischen für sehr viele Glückliche erreichbar ist. Immerhin findet, wer will, einiges von meinem ersten Karibiktörn in dem mehr philosophischen Essay zum Kolumbusjahr 1992:

 Kurs West – vom Projekt zum kybernetischen Traum", ein nautisch–philosophischer Diskurs über die Kolumbusreise (eine Textprobe aus "Frankfurter Hefte" siehe in Varia philosophica). [ZusammenfassungVaria ]


Direkt vor Kap Hoorn: Mein GPS
zeigt 55° 57,6' S/67° 13,4' W, am 3.2.1999, 04.30 Uhr.  Eine "Weiße Nacht" – erst um 01.25 Uhr war Sonnenuntergang.      
Darwin erlebte es 1832 ähnlich:
"Die matten Konturen von ei-
nem Sturm aus Wind und
Wasser umgeben ...
"Bild größer

  Drei Generationen in einem Boot

1. Frank Praetorius:
https://www.yumpu.com/de/document/view/5812617/chartertorn-nach-wangerooge-und-helgoland-frank-praetorius
  Chartertörn nach Wangerooge und Helgoland.
Drei Generationen in einem Boot

Nautische Nachrichten 4/2004: 45–49  PDF  

hoch und trocken (Wangerooge)
Als Probe der Anfang des Textes, weil er hoffen lässt, dass auch der übernächsten Generation das Segeln Spaß machen kann:
Die Motivation für das Meer und das Segeln ist nicht unbedingt identisch mit dem Spaß an gekonnter Seemannschaft. "Kann ich jetzt weiterlesen?" fragt der zehnjährige Leonard vor einem Jahr während der Schiffübergabe in Hooksiel – und am Ende des Törns ist die wichtigste Erfolgsmeldung "über zweihundert Seiten Harry Potter geschafft". Der segelnde Großvater aus dem Binnenland will schon resignieren, da überrascht ihn Leo in den Herbstferien während einer Limes–Tour zum Rhein. Im "Museum für Antike Schiffahrt" in Mainz ist Seefahrt plötzlich sehr interessant, als er einer Werkstatt zum Nachbau römischer Fracht– und Patrouillenschiffe zusieht, für ihn weit spannender als die ausgestellten Überreste alter Römerschiffe. (...)

  Rund Peloponnes – auf den Spuren Homers

    2. Frank Praetorius

      Götter in der Backskiste

    segeln Nr.1/2001: 98–104  PDF (Originaltext und Bilder)   


Stürmische Kaps, einsame Buchten, viel Platz in den Häfen und ein lebendiges Bilderbuch der Geschichte und Kultur Europas – diese Kombination macht für Elisabeth und mich den Reiz des Fahrtensegelns aus, vor allem im Mittelmeer.
Wer historisch interessiert ist, kann Spannendes weiterlesen (mehr als in "segeln"), beispielsweise über Olympia oder Navarino , die Seeschlacht von Navarino, oder über den Missbrauch olympischer Regeln in der Antike (wie heute...).
seitenanfang

  Zwei Wochen ab Elba und Gaeta



Vor Anker in Marine d'Elbo (nördl. Girolata )

3. Elisabeth und Frank Praetorius:

  Drei Törns im Tyrrhenischen Meer
2002-2004
   PDF

1) Gaeta, Golf von Neapel, Amalfi, Pontinische Inseln (ca. 250 sm)
Oft wenig Wind: Gennaker!

2) Girolata, Cap Corse und Elba (ca. 270 sm)

3) Toskanische und Ligurische Küste (ca. 250 sm) → Karte rechts


Es gibt viele Törn-Varianten!


  Inseln im Südpazifik

3. - 22.11.2011 mit dem Katamaran "Bamboo free" (19,3 m lang) 1214 Seemeilen im Dreieck zwischen Port Vila (Vanuatu), den Santa Cruz-Inseln und den polynesischen Insel Tikopia und Anuta. (vgl. »austronesische Expansion« und »Denkformen«)


Port Vila (Vanuatu) - Lata (Ndeni) 450 sm.
Zwischen Torres-Islands und Ndeni liegt der
Torres-Graben mit 9165 m Tiefe

4. Frank Praetorius:
Ferne Inseln im Südpazifik
Segelreise mit medizinischen Akzenten

Flugmedizin Tropenmedizin Reisemedizin (FTR) 2012; 19: 44–49 als PDF:    

Zusammenfassung: Auf den abgelegenen polynesischen Inseln Tikopia und Anuta ist die medizinische Versorgung minimal, es gibt nur eine Krankenschwester für etwa 3000 Menschen, keinen Arzt. Die Inseln sind auf eigene Verkehrsverbindungen angewiesen und wurden deshalb 2009 in einem Gemeinschaftswerk der Segler Klaus Hympendahl und James Wharram mit eigenen Katamaranen polynesischer Bauart ausgerüstet. Auf ihren Spuren segelten wir 1214 Seemeilen mit einem Hochseekatamaran von Vanuatu über die Salomonen bis nach Anuta und Tikopia*. Ziel der Reise war, den Menschen moderne Navigationsinstrumente für ihre Katamarane zu bringen und ihnen medizinische Hilfe gegen eine verbreitete Hautkrankheit anzubieten.** Die Crew erlebte selber eine Reihe tropischer Erkrankungen einschließlich einer schweren Malaria tropica und mehrerer Fälle von tropischen Geschwüren mit Erysipel nach kleinen Verletzungen.

Diagnose nach 102 Jahren: Polyarthritis epidemica bei Jack London
(F. Praetorius)
Jack London musste seine Reise im Oktober 1908 wegen einer mystischen Krankheit abbrechen, welche die Symptome Gelenkschmerzen und -schwellung sowie Hautausschlag kombinierte und Monate andauerte. 'The Australian specialists agreed that the malady was non-parasitic, and that, therefore, it must be nervous.' Nach heutiger Kenntnis war die Krankheit keineswegs "nervös bedingt"; ich halte sie für eine typische Epidemische rheumatoide Arthritis namens Ross-River-Fieber. Dieses wurde erst 1928 als von Mücken in Ozeanien und Australien übertragene Viruserkrankung erkannt. Unsere Crew blieb dank der Prophylaxe mit DEET verschont.

Die Jack London Society war an einer Veröffentlichung in ihrem Magazin interessiert!
Frank Praetorius:
  Jack London and Ross River Disease on the Snark Voyage. THE CALL Vol. 23, 1/2013: 14-18 (Jack London Society)    PDF
Es gibt eine knappere Fassung in deutscher Sprache für Nautische Nachrichten (ohne Bilder).

*   Besuch einer Familie auf Tikopia
** Der Autor bei der medizinischen Arbeit auf Anuta (Photos)

Und Malaria tropica war auch an Bord ...
seitenanfang Stand 27.06.2017
 
www.frank-praetorius.deDr. Frank Praetorius 50º 04,6´N / 08º 45,8´E.  Lauterbornweg 27, 63069 Offenbach am Main, Germany, Phone +49 (69) 84 34 45, Fax +49 (69) 83 83 78 03      E-Mail: frank.praetorius@gmx.net