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Zusammenfassung  

Basic Research in Cardiology (formerly 'Archiv f. Kreislaufforschung') 53:131-146, 1967   [PDF]

Correlation between hemodynamics and the atrial electrocardiogram (P-wave area)

[Zur Beurteilung der haemodynamischen Situation aus dem Vorhof-Elektrokardiogramm]


Praetorius F, Neuhaus G

First Medical Clinic (Director: Prof. H. Frh. v. Kress), Free University, Berlin

Abstract
The electrocardiograms of 36 patients with mitral valve diseases (MI, MS) and pulmonary stenosis (PS) were studied with regard to hemodynamic correlations. The area of the P wave (limb leads, vector ÂP) is suggested to be the best criterion of atrial overloading in the Ecg. Repeated planimetric measurements of the same P wave did not differ more than 1.57%, frequent controls of two waves of the same lead did not differ more than 3.04% of the mean area (Precision Polar Disc Planimeter). The influence of heart rate (r = 0.26, p > 0.1) and the electrical position of the heart (r = 0.25, p > 0.1) on the frontal vector ÂP was small. ÂP is correlated significantly to the P voltage in leads I, II (r = 0.85) and V1 (r = 0.48, p < 0.005). –

The correlation between ÂP and mean left atrial pressure (MI, MS) (r = 0.59, p < 0.005) was statistically significant; there is also a significant correlation to either systolic pressure of the right ventricle (r = 0.80) or systolic pressure gradient (right ventr.-Pulm. art., r = 0.90) in PS. The speed of the "intrinsic deflection" of the P wave in V1 depends on right atrial overloading (C² = 8,55, p < 0.01). This is especially the case in patients with Mitral valve disease with increased right heart pressures (C² = 11.85, p < 0.01). An angle of more than 50° (simple tangent along the deflection, base-line) indicates right atrial overloading.(1)

Key words: hemodynamic correlations - area of the P wave - mitral valve disease - pulmonary stenosis

(1)  For details cp. fig.3-5 (Abb. 3-5) and Table 1 (Tabelle 1) in Praetorius and Neuhaus 1967

Correspondence and offprint requests to Dr. Frank Praetorius



Zusammenfassung

1. An Elektrokardiogrammen und Druckmessungen bei 36 Mitralvitien und Pulmonalstenosen wurden die Merkmale der Vorhofüberlastung im Ekg und ihre Beziehungen zu Hämodynamik untersucht.

2. Die P Wellen in Ableitung I-III wurden nach der Methode von NIGGLI-MEIER planimetriert (Scheiben-Polarplanimeter mit Lupenführung). Methodische Voruntersuchungen ergaben eine geringe Fehlerbreite bei der Bestimmung des Flächenvektors ÂP (1,57 und 3,04%). Frequenz- und Lageabhängigkeit der P-Fläche sind gering. Bei überlasteten Vorhöfen ist die Variabilität von P unbedeutend.

3. Der Flächenvektor ÂP kann als empfindliches Kriterium der Vorhofüberlastung gelten. Seine Beziehungen zur P-Höhe in Abl. I–II und zur Amplitude in V1 sind signifikant.¹

4. Für die Seitendiagnose zwischen beiden Vorhöfen sind die bekannten morphologischen Kriterien entscheidend und ausreichend. Die Steilheit der Negativitätsbewegung von P in V1 ist vom Ausmaß der Rechtsüberlastung abhängig. Die Bedeutung des Winkels α P für die Seitendiagnose ist geringer als erwartet.

5. Zwischen der Größe von ÂP und dem Mitteldruck im linken Vorhof bei Mitralfehlern (r=0,59) besteht eine statistisch gesicherte Beziehung, ebenso zwischen ÂP und dem Ventrikeldruck sowie dem systolischen Druckgradienten rechts bei Pulmonalstenosen (r=0,80 bzw. 0,90).

6. Anhand von elektrophysiologischen Überlegungen wird die Potentialvergrößerung von P als Folge der Vorhofhypertrophie selbst gedeutet. Der Vektor ÂP kann als Maß der Vorhofüberlastung gelten. Auf die anatomisch und elektrophysiologisch bedingten Unterschiede zwischen dem Erregungsablauf in den Vorhöfen und Kammern wird hingewiesen.

Correspondence and offprint requests to Dr. Frank Praetorius


¹ Ein Flächenvektor ist derjenige Vektor, der senkrecht auf der Fläche steht und dessen Betrag der Maßzahl der Fläche entspricht (ähnlich dem normalen Vektor einer Ebene, nur dass in diesem Fall die Größe ein Maß für eine Fläche darstellt). Als Flächenvektoren werden aus 2 P-Flächen von Extremitätenableitungen konstruierte Integralvektoren verwendet.

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