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 Clinical Research in Cardiology,  formerly Z. Kardiol. 62, 193 - 214 (1973) 62, 193 - 214 (1973)

Zur fibrinolytischen Behandlung des akuten Herzinfarktes.   
II. Deutsch–schweizerische Gemeinschaftsstudie.
Teil 2: Ergebnisse der elektrokardiographischen Untersuchungen.


Fibrinolytic therapy of acute myocardial infarct. II. German–Swiss common study. 2. Results of electrocardiographic studies

H. Gillmann, K. Colberg, H.P. Keller, H.F. Orth, W. Börner, E. Fritze, D. Gebauer, K.D. Grosser, F. Heckner, P. Körtge, J. van de Loo, F.A. Pezold, H. Poliwoda, F. Praetorius, R. Schmutzler, B. Schneider, D. Zekorn
Zusammenfassung:

Ekg‑Analyse einer Gemeinschaftsstudie von neun Kliniken: Es wurden 3293 Ekg–Registrierungen von 251 Patienten ausgewertet (insgesamt 29.457 Ekg), bei denen das Infarktereignis nicht länger als 12 Stunden zurücklag. Durch Randomisierung erfolgte eine Unterteilung in hinsichtlich Alter, Schweregrad und Infarktlokalisation vergleichbare Kollektive. 136 Fälle wurden in den ersten 18 Stunden mit Streptokinase, 115 ohne fibrinolytische Therapie behandelt.

Eine nach festem Zeitplan erfolgende Ekg‑Verlaufskontrolle (23 Elektrokardiogramme in 7 Wochen) sollte darüber Aufschluß geben, ob elektrokardiographisch ein Streptokinaseeffekt nachweisbar ist. Bei Vorderwand‑ und Hinterwandinfarkten lag bei beiden Kollektiven ein Anstieg der Sinusfrequenz innerhalb der ersten Woche vor. Bei Vorderwandinfarkten konnte in den herznahen Ableitungen in der Streptokinasegruppe eine geringere ST‑Hebung und weniger ausgeprägte R‑Reduktion nachgewiesen werden. Bei Hinterwandinfarkten konnten dagegen weder in bezug auf R‑Verlust bzw. Q‑Zacken‑Ausbildung noch auf die ST‑Phase Unterschiede festgestellt werden. In der Streptokinasegruppe traten jedoch weniger Niedervoltagen auf.

Bei beiden Kollektiven ließ die Relation zwischen Herzfrequenz und QT–Dauer darauf schließen, daß sowohl in der Frühphase am 2. und 3. Tag als auch in der Spätphase ab Beginn der 2. Woche eine QT‑Verlängerung vorhanden ist, die auf myokardiale, d. h. nicht frequenzbezogene Prozesse zurückzuführen ist. Ein Einfluß von Herzglykosiden auf die PQ–Zeit war in beiden Behandlungsgruppen nicht vorhanden.

Abstract:
In transmural anterior wall infarctions, a higher maximum ST rise in V2 to V4 was found in the control group than in the group treated with streptokinase (see Fig.). No differences were found in posterior wall infarctions. This result was in agreement with the first study (Poliwoda, 1966). A further result of the first study was an increased occurrence of the so called rudimentary infarcts in the streptokinase treated group (chi square = 6,630).

Correspondence and offprint requests to Dr. Frank Praetorius

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