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NAUTISCHE NACHRICHTEN DER KREUZER-ABTEILUNG (NNKA)

April 2000

 

Für Sie gelesen von Prof. Dr. E. Scheibe und Gode Sevecke, Hamburg

„Gesund an Bord“ Ärztlicher Ratgeber für Segler und Motorbootfahrer

Der Titel des Buches ist wörtlich zu nehmen.  Dem Leser sollen Wissen und Erkenntnisse vermittelt werden, welche vornehmlich der Gesunderhal­tung der Besatzung dienen.  Hierbei werden ein­führend auch ganz allgemein Gesundheitsrisiken auf See erörtert. Daneben sind Eingriffe und Be­handlungsmethoden zusammengestellt, welche vom medizinischen Laien bei Unfällen und Er­krankungen durchgeführt werden können.

In einzelnen Kapiteln wird eingegangen auf die Vorbereitungen zur Seereise, auf allgemeine me­dizinische Prinzipien der Vorsorge, auf die erste Hilfe, auf die Seekrankheit und schließlich auf Unfälle und Erkrankungen, geordnet nach Körper­regionen und Organsystemen. Ein Kapitel (Elisa­beth Praetorius) über psychologische Aspekte des Bordlebens rundet das Ganze ab.  Ergänzt werden die medizinischen Ausführungen durch eine Auf­listung (und Besprechung) der an Bord mitzufüh­renden Arzneimittel, wobei besonders auf deren Einsatz bei Infektionen und Tropenkrankheiten eingegangen wird.

Wie bei allen derartigen Übersichten müssen im Hinblick auf Inhalt und Umfang Kompromisse ein­gegangen werden.  Dabei ist allerdings auch an die ständig sich verbessernden Kommunikationsmög­lichkeiten zu denken.  Schon kann man bald davon ausgehen, dass selbst aus großen Entfernungen der Hausarzt konsultiert werden kann.  So wird auch in diesem Buch den Medico-Gesprächen (und deren Vorbereitung) besondere Aufmerksamkeit gewid­met.  Die Problematik einer solchen Publikation besteht bekanntlich in der Kunst des "Weglassens" und der "Allgemeinverständlichkeit".  Ob dem Autor das in idealer Form gelungen ist, sollte Ansichtssache bleiben.  In einigen Kapiteln ist das allerdings recht gut gelungen.

Mit Recht wird darauf hingewiesen, dass der Bootsführer vor Antritt der Reise über den Ge­sundheitszustand der Mannschaft unterrichtet und dafür gesorgt ist, dass bei chronischen Erkrankten jeder davon Betroffene die erforderlichen Medika­mente in ausreichender Menge mitführt. - Kritisch sei bemerkt: Medizinische Notfälle sollten als solche drucktechnisch herausgehoben werden, weil sie besondere Maßnahmen fordern und wo­möglich auch rechtfertigen.  Ob allerdings das, was da beschrieben ist, für den medizinischen Laien immer verständlich und nachvollziehbar ist, hängt von dessen Vorbildung ab.  Man kann sich im Zusammenhang damit nicht ganz selten nur dann mit dem Gebotenen (und den damit ver­bundenen Anforderungen an das Wissen des Lesers) abfinden, wenn man davon ausgeht, dass bei Reisen über größere Entfernungen wenigstens ein Besatzungsmitglied an einem entsprechenden, über die "erste Hilfe" hinausgehenden Lehrgang teilgenommen hat.  ….