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 Correspondence and offprint requests to Dr. Frank Praetorius


J Am Coll Cardiol 1988;12:581-587



Intravenous Recombinant Tissue Plasminogen Activator (rt-PA) and Urokinase in Acute Myocardial Infarction.

Results of the German Activator Urokinase Study (GAUS)

Neuhaus KL, Tebbe U, Gottwik M, Weber MAJ, Feuerer W, Niederer W, Haerer W, Praetorius F, Grosser KD, Huhmann W, Hoepp HW, Alber G, Sheikhzadeh A, Schneider B J Am Coll Cardiol 1988;12:581-587

Inhalt:

In der German Activator Urokinase Study (GAUS) wurde an 238 Patienten der Einfluß der Thrombolyse auf die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der verschlossenen Infarktarterie (TIMI II und III, siehe unten) untersucht. Eingeschlossen wurden Patienten mit einer Symptomdauer von maximal 6 Stunden.

GAUS - Dosierung Urokinase
1,5 Mio. IE Urokinase i.v. als Bolus
danach 1,5 Mio. IE Urokinase i.v. über 90 Minuten
Heparin initial i.v. als Bolus 5.000 IE
Heparin nach Abschluß der Urokinasegabe i.v, so daß eine Verlängerung der TZ auf das 2,5–fache bzw. eine Verlängerung der PTT auf das 1,5–fache der Norm aufrechterhalten wird

GAUS - Dosierung rt-PA
10 mg Bolus, danach
50 mg über 60 Minuten, danach
10 mg über 30 Minuten
70 mg Gesamtdosis

Angiographie nach 90 min            rt-PA            Urokinase
alle Patienten                                  n = 121            n = 117
TIMI Grad 2 und 3                             69,4 %            65,8 %
TIMI Grad 3                                      55,4 %            53,8 %
TIMI Grad 2                                      14,0 %            12,0 %

Patienten mit Behandlungsbeginn < 3 Stunden nach Symptombeginn
                                                       n = 72            n = 70
TIMI Grad 3                                      48,6 %            62,9 %
TIMI Grad 2                                      15,3 %             7,1 %

In der GAUS-Studie zeigte sich Urokinase der rt-PA angiographisch vergleichbar wirksam mit ähnlich guten TIMI 3-Rekanalisierungsraten. Bei einem Thrombolysebeginn innerhalb von 3 Stunden nach Symptombeginn des Infarktes war retrospektiv die TIMI 3 Reperfusionsrate unter Urokinase - Therapie sogar deutlich höher als unter der rt-PA - Therapie. Eine prospektive Untersuchung liegt hierüber bisher nicht vor.

In beiden Behandlungsgruppen traten je 5 kardiale Todesfälle auf, in der rt-PA-Gruppe zusätzlich eine tödliche intrakranielle Blutung. Die Reinfarkt-Rate während des Krankenhausaufenthaltes betrug 8.9% versus 13.2% der mit rt-PA bzw. Urokinase behandelten Patienten. Es gab keinen Unterschied in der linksventrikulären Funktion, sowohl bei der Erstuntersuchung als auch bei den nachfolgenden Herzkatheteruntersuchungen. Beide Medikamente wurden gut vertragen, es gab keinen Unterschied hinsichtlich kardialer oder Blutungskomplikationen zwischen beiden Gruppen.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass rt-PA und Urokinase in der verwendeten Dosierung gleiche Wirkung und Sicherheit bei der Behandlung des akuten Myokardinfarktes aufweisen. Reoklusionen während der ersten 24 Stunden scheinen unter Urokinase weniger häufig aufzutreten.

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TIMI Perfusionsgrad-Einteilung:


Die Durchgängigkeitsrate (patency rate) wird angiographisch 90 Minuten nach Applikation des Thrombolytikums bestimmt. Die Einteilung erfolgt basierend auf den Einteilungen der Studien "Thrombolysis in myocardial infarction (TIMI)" in TIMI-Graden:

TIMI Grad 0: keine Perfusion: kein Fluß jenseits des Verschlusses
TIMI Grad 1: minimale Perfusion: minimales Durchdringen des Kontrastmittels über die Verschlußstelle hinaus
TIMI Grad 2: partielle Perfusion: das Kontrastmittel passiert dieVerschlußstelle und füllt das distale Gefäßsegment vollständig an; der Kontrastmittelweiterfluß ist jedoch verzögert
TIMI Grad 3: vollständige Perfusion: prompte und vollständige Anfärbung des Infarktgefäßes durch das Kontrastmittel, sowie vollständige und prompte Auswaschung

TIMI O und TIMI 1 gelten als verschlossen - TIMI 2 und TIMI 3 gelten als offen - (nur ein Durchgängigkeitsgrad TIMI 3 senkt die Infarktmortalität)

 

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