Geschichte(n); Kommentare

Nach Sachgebieten, chronologisch: Berlin 1966FriedensbewegungMedizinFamiliengeschichte und -Kultur


Leserbrief zu dieser Homepage
Berlin 1966 – 1968:   Politik war nicht zu vermeiden ...

•  F. Praetorius, I. Pommerening, W. Skuhr: "Gefährliche Assistentenschaft" - die sich mit diesem Leserbrief wehrte (DIE WELT 15. März 1966).
Im Herbst hatten nicht-studentische Randalierer beim Konzert der Rolling Stones die Berliner Waldbühne demoliert. Presse und Bevölkerung differenzierten in keiner Weise: Das gewaltlose Sit–in der Studenten gegen den jetzt 'offiziellen' Vietnam-Krieg im Januar 1966 lief wie alle weiteren Demonstrationen unter "Krawalle" – und der akademische Senat verweigerte den Studenten die Benutzung der Räume der Freien Universität (FU) Berlin für eigene Veranstaltungen (eine anschauliche Darstellung gibt Uwe Wesel: Vorspiel auf dem Theater). Da wurden die sonst eher konservativen Assistenten (heute "Akademische Mitarbeiter" genannt) der FU aktiv.

•  F. Praetorius, I. Pommerening: "Jahresbericht 1965–1966 der Sprecher der Assistentenschaft".  (siehe dort: Richtlinenstreit)
Freie Universität Berlin, 10. November 1966 (mit einem Brief an den Rektor H.-J. Lieber vom 10.03.66: 'Magnifizenz! ...')

•  F. Praetorius: "Ohnesorg-Tod: Studenten wurden grob verunglimpft", Leserbrief in der "Offenbach-Post" vom 2. Juni 2007. Die durch Medien vergiftete Atmosphäre erreichte sogar die Cäcilien–Grundschule am Nikolsburger Platz (1967: Brief an den Rektor). Vergl. auch Kurras 2009.

Helmut Schmidt (Bundeskanzler 1974-1982) hat recht: "An der Kritik der 68er an der damaligen Universität ist nichts auszusetzen, sie war im Prinzip und in der Sache durchaus gerechtfertigt." (ZEIT 36/2007, 21)
Daniel Cohn–Bendit sagte am 8.4.2008: Kulturell und sozial haben wir gewonnen, politisch zum Glück verloren - sonst hätten wir heute eine totalitäre Gesellschaft." Und "sprachsensibles Verhalten ... ist eine Spätfolge von 1968" (M. Wengeler)


Friedensbewegung und IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges)

1. Wie andere Nichtregierungsorganisationen (non-governmental organizations: NGO) neigen die Gruppierungen der Friedensbewegung zum Vereinfachen der Argumentation (vgl. "Agonie der Friedensbewegung" von 1984)

•  Elisabeth und Frank Praetorius, zum 11.09.2001: Offener Brief an die IPPNW

2. Zu ihren Zielen rechnet die IPPNW auch den Ausstieg aus der Atomenergie, der seit 2007 wieder politisches Thema ist:

•  Frank Praetorius über menschliches Versagen als Risikofaktor ohne 'Laufzeiten'. Leserbrief an die Offenbach–Post vom 17.07.2007.
Zitat: »Was nutzt es uns Bewohnern des Rhein–Main–Raumes, wenn es in Biblis eines Tages zur Kernschmelze kommt und das im politischen Nachhinein 'nur' menschliches Versagen war«?


Zum Kapitel "Nachdenken über Medizin"           

1. 1991 gerieten die bis dahin vielgelobten "Multiple–Choice"–Prüfungen wegen ihrer Praxisferne in die Kritik. Als Prüfer konnte man erleben, wie sehr das Denken der Studenten durch die "MC"–Methode formelhaft eingeengt wurde. Im Leserbrief wurde ein zweifelhafter Rettungsversuch des "IMPP" durch Laborärzte angegriffen:

•  F. Praetorius: Stadium der Polemik, mit einem zustimmenden Kommentar von Prof. Dr. G. Schettler (1917-1996)
Dt. Ärztebl. 88, Heft 48 (1991), B 2746


2. Wer wird noch eine Kritik an Präparaten solch mächtiger Firmen riskieren? Ein kritischer Brief an Thomas Lüscher/Zürich zur "Calcium Channel Blocker Controversy".

•  F. Praetorius (1997): "Unabhängig - mit der Schere im Kopf?"


3. Nicht nur die bildgebenden Verfahren bergen die Gefahr der vorschnellen Verdinglichung medizinischer Tatsachen, sondern auch Laborwerte. Es gab Anlass zu einem kleinen philosophischen Exkurs in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift:

•  F. Praetorius: "Spiegel–Denken" in der klinischen Medizin.  Dtsch.med.Wschr. 116 (1991):1125–1126


4. Die zentrale Rolle der Hausärzte (als "Gatekeeper") ist unter den Ärzteverbänden auch 2017 immer noch stark umstritten. Gegen wiederkehrende und zweifelhafte Argumente richten sich zwei Leserbriefe:

•  F. Praetorius: Evidenzbasierte Medizin: Aufwertung der Hausärzte ist nicht so falsch.
Dt. Ärzteblatt 99 (2002):A 1291


•  F. Praetorius: „Hausärzte – Leichtmatrosen ans Ruder"? Zu dem Leserbrief von Dr. med. Rainer Reiß in Heft 1–2/2002. Dt. Ärzteblatt 99 (2002): A 556, zum Streit um die Rolle der Hausärzte als „Lotsen“ oder „Gatekeeper“.

•  Erneut 2014
Hausärzte sind hochqualifizierte Lotsen! Ein Leserbrief aus Potsdam und meine Antwort.


5. Über die Einstellung von Klinikärzten bei ihren Behandlungsentscheidungen wurden von Baberg erstmals Daten vorgelegt: Die Orientierung am Patientenwillen spielt danach eine erfreulich große Rolle, der Einfluss von Kostenfaktoren sei gering. Dagegen fand Ellen Kuhlmann erhebliche unterschwellige Einflüsse von "wissenschaftlichem Druck oder ökonomischem Zwang" auf die ärztliche Entscheidung (siehe in "Ethische Aspekte der Regularisierung ärztlichen Handelns").
Dieser Widerspruch wurde in einem Leserbrief an die Deutsche Medizinische Wochenschrift verdeutlicht:
•  F. Praetorius: Zu " Einflussfaktoren klinischer Entscheidungsprozesse" (mit der Antwort der Autoren), zu Baberg et al..
Dtsch.med.Wschr. 128 (2003):103–104.

6. Die Krankenhäuser müssen sich im Zuge der Gesundheitsreformen neu orientieren. Das fällt den meisten sehr schwer, wie beispielsweise dem Offenbacher Klinikum:

•  Ex–Chefarzt sieht Klinik auf dem Holzweg - schreibt die Offenbach Post am 19.12.05 zu einem kritischen Leserbrief über die Öffnung der Klinikgrenzen für ambulant tätige Ärzte (die findet auch 2008 in Offenbach noch nicht statt!).

s und ("Bingo!":)
•  F. Praetorius: Schmerzhafte Operation nötig Leserbrief in der Frankfurter Rundschau am 18.02.2010. Zu: "Letzte Chance. Die kommunalen Krankenhäuser in Offenbach und Wiesbaden wollen gemeinsam überleben", FR-R2 vom 16.2.10 und - deutlicher - der Wiesbadener Kurier am 10.3.10: Bankschulden: Wiesbaden 53, Offenbach 153 Millionen Euro.

•  Mehr Freundlichkeit hilft. Leserbrief in der Offenbach-Post am 17.12.2011 zu Gründen des Mangels an Patienten im Klinikum Offenbach.

7. In der Wissenschaftstheorie werden Theorien heute allgemein als nur 'vorläufige' angesehen (bis sie durch bessere ersetzt werden, vgl. zu Popper). Streng deterministische Wissenschaft scheitert schon daran, dass auch die aktuellsten Forschungsergebnisse niemals endgültig sein können; die Erfahrung lehrt, dass durch neue Erkenntnisse immer wieder sicher Gewusstes abgelöst wird (mehr darüber). Selbst korrekte ärztliche Diagnosen unterliegen historischen Ablösungsprozessen:
•  Kryobanken - Faszinierende Perspektiven. Aus den Möglichkeiten der Tiefkühlkonservierung ergibt sich eine neue wissenschaftstheoretische Perspektive (Heft 48/2007. Dt. Ärzteblatt 104 (2007): A 3322):
»Es ist gut denkbar, dass an kryotechnisch aufbewahrten Präparaten nach Jahrzehnten neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu ganz anderen Diagnosen führen, als sie aktuell "perfekt" gestellt wurden. Das kann sowohl den Befund an den Zellen oder Zellverbänden selbst betreffen wie auch die Definition der Krankheit, die uns heute als "Gesetz" erscheint. Alle Voraussetzungen im "Explanans" unserer deduktiv-nomologischen Diagnoselogik sind plötzlich verändert, "nichts stimmt mehr"« (vgl. Hempel-Schema).

8. Bioethik: Radioessay (DLF 06.08.2001) zu Andreas Kuhlmann, "Politik des Lebens - Politik des Sterbens - Biomedizin in der liberalen Demokratie". Vgl. dazu "Heilsversprechen der Hypermedizin" in 'philosophica'. . AfF 4/2015, 129-132.

9. Gibt es eine "freie" geistige und psychische Realität?                
    Ist der unabhängig urteilende Geist nur noch ein Relikt jener Zeit, in welcher noch der Dualismus galt?
Siehe dazu die abschließende Diskussion (Zitat:) "Klinische oder wissenschaftliche Professionalität", aus F. Praetorius, Ärztliche Entscheidungsspielräume – durch Leitlinien eingeengt oder erweitert? Hess. Ärzteblatt 8/2005: 516 –520.

Die Frankfurter Medizinische Fakultät verpasste 1956 die Chance, als zweite in Deutschland (nach Heidelberg) einen Lehrstuhl für Psychosomatik zu bekommen: Sie weigerte sich, die ihr zugedachte Professorenstelle – nach Heidelberg die zweite Psychosomatik-Professur in Deutschland – mit (dem damals am Neckar als schwierig empfundenen) Alexander Mitscherlich zu besetzen. Das so verschmähte Geschenk des Ministerpräsidenten Georg August Zinn reichte dieser später an Gießen weiter – mit großem Erfolg: Horst-Eberhard Richter 1962-1992!). Ist es dieselbe Grundhaltung, mit der man heute in Frankfurt das Dualismus–Problem löst? Vgl. die folgende Debatte:

•  F. Praetorius:  Weg mit Goethe! Frankfurter Rundschau, Mittwoch, 1. Juni 2005, Seite 32
Auf dem Weg von den Human- zu den Neurowissenschaften ist nun auch unsere Frankfurter Fakultät ein Stück weiter. Ich habe versucht, dabei ironisch zu helfen ...

10. Droht Medizin mehr und mehr zu einem Geschäft zu verkommen? Zur Scheinheiligkeit beim Klagen über die Gesundheitsreform. Leserbrief in der Frankfurter Rundschau am 19.04.2008.    [Mehr dazu in "minima philosophica]"

11. Leserbrief zur Frage des "OPEN ACCESS" (Frankfurter Rundschau 25.4.2009)

12. Allgemeine "Innere Medizin" nur noch als "Internistische Intensivmedizin"? Rezension zu "Repetitorium Internistische Intensivmedizin", Guido Michels und Matthias Kochanek (2010), in Dt. Ärztebl. 107/36, 10.9.2010.


Familiengeschichte und -Kultur
1. Hofgärtner: Georg Steiner, Königlich preußischer Hofgärtner (Dr. C. A. Wimmer, Biographie 1985)
Theaterdirektor Julius Steiner (1849) "Zur Reorganisation der Theater-Verhältnisse"    [About the Book (F. Praetorius) - Quelle, Titel.].
Julius Steiner (1872), PDF: Memoiren Teil II: Schauspielkarriere 1842-1849.
F. Praetorius (2009): Rezension zu "Theaterverhältnisse im Vormärz", Hrsg. Maria Porrmann und Florian Vaßen (2002).

2. F. Praetorius (2010): "Theater als spürbare Gegenwart". Rezension zu "Korrespondenzen. Theater – Ästhetik – Pädagogik" (Florian Vaßen). Über Theater (Unterländer Volksbühne) und (eigenes) Laienschauspiel im Tauberbischofsheim der Nachkriegszeit.

3. Leserbrief über Friedrichs des Großen "Peuplierung" durch Apotheker und Ärzte (Dt. Ärztebl. 109/2012:C 1266)

4. Monographie (²2017 neu:) SPUREN der Familie Praetorius. BoD-Verlag, 224 Seiten.
Rezension 01.09.2013: »(...) Dafür besticht das Buch durch die ganz eigene Gestaltung, durch die Fülle der Hinweise, Register und kritische Selbstreflexionen. Gut, daß es gedruckt wurde.«

5. F. Praetorius (2013): „Parallelspuren“ – eine flexible Ergänzung für patrilineare Stammtafeln?
Editorische Anmerkungen zum Buch „SPUREN der Familie Praetorius“. AfF 2/2013, 50-53.   (PDF bestellen)
Zitat: »Die moderne Erbbiologie hat gezeigt, dass die manchmal auffällig einheitlichen Wesenszüge einer „Linie“ nicht etwa im Genotyp der jeweiligen Familie festgelegt sein müssen, sondern überwiegend kulturell, das heißt im weitesten Sinn durch die Erziehung, bestimmt werden. Das gilt trotz einer manchmal ins Auge springenden äußeren Ähnlichkeit oder „Identität“: Der alte Fehler war es, aus solchen in der Tat ziemlich „sicheren“ äußeren Merkmalen wie Augen- und Haarfarbe auf „genetische“ Identität auch im geistigen und kulturellen Bereich zu schließen.« (vgl. Kultur vs Genetik!)

6. J.-Gunther Schulz & Frank Praetorius (2014): Familientreffen nach 343 Jahren. AfF 4/2014, 135-38.
»'Google sei Dank haben Sie mich gefunden': Am 13. Januar 2014 die Überraschung: Der Internist Dr. med. J.-Gunther Schulz schrieb in einer E-Mail …: 'In der Tat ist Generaloberarzt Dr. August Schulz aus Wiesbaden mein Opa.

7. F. Praetorius (2015): Berlin, Schloßplatz 3. Die Familien Hanff, Steiner und Pietzcker. AfF 4/2015, 129-132.

8. F. Praetorius (2016): 1760 in Güstrow: Lieber Arzt oder Apotheker? . Jahrbuch Güstrow 2017, 117-121. (PDF bestellen)

9. F. Praetorius (2013): Der Kapp-Putsch in Prenzlau 1920. M. Uckermärk. Gesch.verein Prenzlau 19/2013: 195-98

10. Anna Praetorius (1865-1952), Hrsg. Frank Praetorius: Juni 1945. Noch ein Blick nach Prenzlau. Mitteilungen des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau, Heft 23 (2016), 174-182. 

11. Dr. Hans Praetorius (1896-1958):
a.)Erinnerung an Prenzlau (1956). Hrg. Landsmannsch. Berlin - Mark Brandenbg., Kiel, 1960. 12 S. Asin: B002G0CHNA
b.) Einnerungen an das Haus Voss, Friedrichstr. 255: Vaters Schreibtisch; Korridortür (1957). Mitteilungen des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau, Heft 20 (2013), 177-189.

12. F. Praetorius (2013): Jack London and Ross River Disease on the Snark Voyage. THE CALL Vol. 23, 1/2013:14-18 (auf Wunsch der Jack London Society. Eine kritische Darstellung der Reisen siehe "Inseln im Südpazifik")

13. Gerda Praetorius (1945): Eine Reise im letzen Kriegsjahr 1945. Brief aus Wittenberg 7.2.45.

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Liste wichtiger Veröffentlichungen: Publikationen.
Stand 27.6.2017

 
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